Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.

Johann Wolfgang von Goethe

Bestattungsarten

Erdbestattung

Die Erdbestattung ist die traditionellste und häufigste Bestattungsart. Bei der Erdbestattung wird der Sarg im Anschluss an die Trauerfeier an seine letzte Ruhestätte gebracht. Dort wird der Verstorbene entweder in einem Einzel- oder Doppelgrab der Erde übergeben. Die Ruhefrist beträgt nach der entsprechenden Friedhofsordnung zwischen 20 und 30 Jahren.

Feuerbestattung

Die Feuerbestattung findet in der heutigen Zeit zunehmend Zuspruch. Bei der Feuerbestattung wird ebenfalls grundsätzlich ein Sarg benötigt. Im Krematorium wird dann der Leichnam mit dem Sarg eingeäschert. Eine Trauerfeier kann vor der Einäscherung am Sarg stattfinden (Sargfeier) oder später bei der Urnenbeisetzung erfolgen.

Die Urne wird entweder in einem Urnengrab, einem vorhandenen Familiengrab oder anomym beigesetzt, oder sie findet Platz in einer Urnenwand (Kolumbarium). Die Urnenwand enthält viele einzelne Kammern, aus denen ein Platz für die Urne ausgesucht werden kann. Nach der Beisetzung wird die Kammer mit einer steinernen Platte verschlossen. Diese kann wie bei einem Grabstein mit dem Namen und dem Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen beschriftet werden.

Baumbestattung im „RuheForst“

Diese noch relativ neue Bestattungsart spendet den Angehörigen Trost: Der Baum als Symbol für das Leben. Zu Lebzeiten können sich Interessierte gemeinsam mit dem Waldbesitzer (Oberweimar bei Marburg)einen Baum aussuchen. Die „RuheForst“ -Bestattung setzt eine Einäscherung des Verstorbenen voraus. Die Asche wird in einer Bio-Urne an den Wurzeln des Baumes beerdigt.

Der Baum wird zur Grabstätte, die Grabpflege ist ein Teil der Natur. Zur Markierung und Erinnerung kann eine Gedenktafel an den Baum angebracht werden. „RuheForst“ und „Friedwald“ Anlagen gibt es in verschiedenen Waldregionen, die sich über ganz Deutschland erstrecken.

Seebestattung

Die Seebestattung findet nach seemännischem Brauch statt. Vor der Beisetzung wird der Verstorbene eingeäschert und die Urne auf See überführt. Nachdem die Dreimeilenzone des Atlantiks, der Ostsee oder der Nordsee überschritten ist, kann die Asche in einer Urne im Meer versenkt werden. Die Trauerfeier findet nach Absprache mit dem Kapitän auf dem Schiff statt, ist aber auch grundsätzlich ohne Angehörige möglich. Eine Seekarte dokumentiert die wichtigen Daten.

Bei der Entscheidung für eine Seebestattung entfällt eine feste Grabstätte. Ein spätes zurück kehren wird daher fast unmöglich. Daher sollte diese Form der Bestattung gut überlegt sein, auch mit Blick auf die Angehörigen. Deshalb findet eine Seebestattung nur statt, wenn eine schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen vorliegt.

Anonyme Bestattung

Bei einer anonymen Bestattung wird der Ort der Grabstätte nicht gekennzeichnet und liegt auf einer Rasenfläche. Dennoch kann man eine anonyme Bestattung mit einer kleinen Trauerfeier oder einer privaten Verabschiedung verbinden. Die Trauernden kommen auf diese Weise noch einmal zusammen und gedenken dem Verstorbenen, bevor seine Urne an der unbekannten letzten Ruhestätte beigesetzt wird.

Alpenbestattung

In der Schweiz ist es auf ausgesuchten Bergalmen möglich, die Asche des Verstorbenen mitten in der Natur zu bestatten. Es werden hier weder Grabkreuze oder Gedenktafeln noch Blumen angelegt, um den ursprünglichen Zustand der Almen zu bewahren.

Edelsteinbestattung

Die Asche des Verstorbenen kann mithilfe eines speziellen physikalischen Verfahrens in einen einzigartigen Rubin oder Saphir umgewandelt werden, aus dem sich ganz persönlichen Schmuckstücke fertigen lassen. Ein kleiner Teil der Asche wird entnommen, die Urne wird danach, je nach Wunsch, ganz normal z.B. auf einen Friedhof beigesetzt.