Hand in Hand: Schreinerei wandelt sich zum Bestattungsinstitut

Alle packen mit, wenn Hilfe gebraucht wird. Das ist gute Tradition in dem Familienbetrieb, den Kurt Greif seit nunmehr knapp 20 Jahren führt. Darauf ist er sehr stolz. Mutter, Schwestern, Neffen kommen und helfen, wenn sich die Arbeit häuft. „Und alle wissen, was sie zu tun haben“, sagt Kurt Greif. Auch das ist gute Tradition im Hause Greif. Zudem unterstützen Petra Naumann-Richter und Willi Schneider den Bestatter Kurt Greif bei der Vorbereitung der Beisetzungen.


Der Großvater, Konrad Greif, hatte 1934 Jahren den Grundstock für die Firmengeschichte gelegt. Nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung im August 1934 hatte er damit begonnen, ganz offiziell „unter dem eigenen Dach“ Bretter zu sägen, Hölzer zu hobeln, zu verleimen und zu schleifen. Ihm zur Seite stand dabei sein Vater Jean, der Urgroßvater des heutigen Chefs. Es entstanden, Treppen, Fenster, Schränke. Stetig wurde die Schreinerei „Am Krappen“ im Marburger Stadtteil Ockershausen erweitert und Maschinen hinzu gekauft. 1938 wurde Hans Georg Greif geboren, der ebenfalls das Schreinerhandwerk im eigenen Betrieb erlernte.

„Die Schreinerei florierte, so dass über die Jahre hinweg immer zwei bis vier Mitarbeiter beschäftigt waren“, so der heutige Chef Kurt Greif über das aufstrebende Geschäft. Ebenfalls wurden ständig Lehrlinge im Betrieb ausgebildet. 1963 bestand Hans Georg Greif seine Meisterprüfung und übernahm damit die Schreinerei. Bereits 1955 hatten Greifs auf Initiative von Hans Georg Greif das Bestattungsinstitut und Sargauslieferungslager der Marburger Firma Kilian übernommen, weil dort keine Nachfolgeregelung zustande kam. Damit wuchs das Ockershäuser Unternehmen weiter. Das zeigte sich auch im Fuhrpark. Neben der VW-Bus-Pritsche kam ein erster Bestattungswagen, ein Peugeot 404, hinzu.

In den weiteren Jahrzehnten zeichnete sich die Schreinerei Greif weiterhin durch solide Arbeit aus. Parallel stieg die Zahl der Bestattungen, die der Familienbetrieb Greif organisierte. Im Jahr 1993 stieß Kurt Greif nach abgelegter Meisterprüfung im Tischlerhandwerk dazu und übernahm wiederum die Geschäftsführung von seinem Vater Hans Georg, der bis zu seinem Tod 1998 im Unternehmen tätig war.

In den folgenden Jahren konzentrierte sich Kurt Greif immer mehr auf das Beerdigungswesen und legte 2002 die Prüfung zum Fachgeprüften Bestatter ab. Seitdem hat sich einiges im Familienbetrieb getan. Es kam eigens für diesen Zweck ein Klima- und Aufbahrungsraum hinzu. Zudem gibt es jetzt auch Ausstellungsräume, in denen die Särge und Urnen auf angemessene und ansprechende Art präsentiert werden. Dabei zeigt sich, dass Kurt Greif einen guten Sinn für Geschmack hat, und das nicht nur in Fragen des Ambientes, sondern auch in der Wahl der Dekorationen bei der Bestattung. Außerdem bietet das Bestattungsunternehmen persönlich gestaltete Trauerdrucksachen an, wie z.B. Trauerbriefe, Danksagungskarten und Sterbebilder.

Kurt Greif hat bis heute viele Utensilien angeschafft, um den Wünschen der Kunden schnell und individuell nachzukommen. So gehören Kerzen mit Edelstahlhaltern, Kerzen in Herzform, eine Staffelei für Bilder ebenso zur Grundausstattung, wie Kondolenzbuch- und Kranzständer und viele Dinge mehr. „Speziellen Wünschen kommen wir selbstverständlich nach“, sagt Kurt Greif. Für den Transport vor und während der Beisetzung hat der Bestatter einen Mercedes Vito sowie eine Beteiligung an einem Elektro-Bestattungsauto für den Friedhof.