Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben.

Johann Wolfgang von Goethe

Auch wenn es schwer fällt, unbedingt Schmerz teilen

Ein Todesfall verunsichert und wirft ungewohnte Fragen auf. Wie kann ich den Angehörigen meine Anteilnahme zeigen und ihnen in ihrer Trauer beistehen? Wie verhalte ich mich bei Trauerfeier und Beisetzung richtig?

Wichtig dabei ist die individuelle Situation und Beziehung zum Verstorbenen und den Hinterbliebenen. Verbindliche Regeln darauf gibt es nicht, allerdings gibt es einige Antworten, die helfen können.

Die Todesnachricht

Egal, ob aus der Zeitung oder von Dritten: Auf die Nachricht vom Tod eines Verwandten, Freundes oder Bekannten sollte auf jeden Fall reagiert und Betroffenheit ausgedrückt werden. Das zeigt: Ich nehme am Schmerz teil und lasse die Hinterbliebenen nicht allein.

Mitgefühl aussprechen

Die Betroffenheit auszudrücken, hängt wesentlich von der persönlichen Nähe ab. Als naher Freund oder Verwandter ist ein persönlicher Besuch selbstverständlich. Ist der Verstorbene ein entfernter Bekannter, genügt ein Kondolenzbrief oder eine Trauerkarte. Sollte sich Zeit für die Beerdigung einrichten lassen, dann unbedingt hingehen.

Richtig kondolieren

Der Kondolenzbrief sollte so schnell wie möglich geschrieben werden: Bitte handschriftlich und schlichtes weißes Papier und einen weißen Umschlag verwenden. Keine Musterbriefe, keine Floskeln und keinen Versuch, das Ereignis herunterzuspielen („es wird schon wieder“). Lieber persönliche Worte finden, sie zeigen Trauer und helfen den Hinterbliebenen. Das gilt auch für die persönlichen Beileidbekundungen. Dort sollten sparsame, aber aufrichtige Worte des Mitgefühls gefunden werden.
Ein schlichtes "Mein Beileid", ein Händedruck oder eine Umarmung sagen schon genug. Anrufe bei den engsten Angehörigen und Freunden sind tabu, unbedingt persönlich erscheinen.

Die Beerdigung

Ergibt sich die Möglichkeit, dann unbedingt zur Beerdigung gehen. Es gibt keine bessere Alternative, sein Mitgefühl auszudrücken und dem Toten seinen Respekt zu zeigen. Wichtig dabei ist es, sich ein Zeitpolster zu schaffen. Bitte nicht zu spät kommen, 15 Minuten einplanen. Handy aus. Während des Trauergottesdienstes, dem Weg zum Grab und der Beerdigung wird geschwiegen – zum Austausch mit den anderen Trauergästen ist im Anschluss genug Zeit. Dunkle Kleidung ist Pflicht. Im Idealfall tragen die Männer einen dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte. Eine Kopfbedeckung sollte vermieden werden, Frauen können einen dezenten Hut tragen. Kinder brauchen nicht in schwarz gekleidet sein, aber auch hier sind gedeckte Farben wünschenswert. Die Beisetzung ist der letzte gemeinsame Moment der Hinterbliebenen mit dem Toten, die Verletzlichkeit und der Schmerz sind jetzt besonders groß. Zurückhaltung, Beileidsbekundungen, tröstende Worte oder Umarmungen bitte vermeiden.

Einladung zum Kaffeetrinken

Im Anschluss an die Beisetzung besteht die Möglichkeit, Erinnerungen an den Verstorbenen aufleben zu lassen und auch den Schmerz mit den anderen Gästen zu teilen. Es darf erzählt, geweint und auch gelacht werden. Allerdings: Zum Kaffeetrinken bitte nur gehen, wenn persönlich oder über den Pfarrer eingeladen wurde!